Exotisch, das ist wohl das beste Wort, mit dem man The Roxx beschreiben könnte. Irgendwie war die Band nämlich immer im New Wave of British Heavy Metal zu Hause. Irgendwie, denn Anfang der 90er wandte man sich dem Grunge zu und schon vorher verzichtete man auf essentielle Teile der Musik, wie Gitarrensoli oder man mischte einfach mal Synthie-Musik mit Metal. Und experimentierfreudig präsentiert man sich auch heute noch, wie To Heaven With Hell beweist, das durch viele eigenwillige Ideen auffällt. Schon zu Beginn übernehmen in Shampain Streicher die Gitarrenarbeit, von der Leadgitarre mal abgesehen und in Dead Alive gibt es im Mittelteil Shoegaze-Einflüsse.

In A Touch Of Grey dann wieder eine Geige, während die Gitarrenriffs auf einen niederbrechen, wohingegen der Titelsong beinahe typisch 80er ist, wären da nicht ein paar Tempowechsel. Dasselbe gilt für She‘s A Rainbow mit Sprechgesang, das mal im langsamen Black Metal, mal im Thrash oder auch mal im klassischen Rock wildert. The Lack Of Plan hat dagegen Gothic Rock-Einflüsse und Goodies For My Tool integriert eine Westerngitarre in brachiale Riffs. Push Push Push ist farbenfroh und der wohl normalste Song des Albums, bis es dann mit E Nomine sakral wird, Kirchenmusik mit Metal, den selbst Powerwolf nicht hinbekommen würden – und zum Abschluss dann doomige Klänge bei As You Die In My Arms mit Piepgeräuschen einer Beatmungsmaschine und später wieder einer Geige, was sehr makaber wirkt.

Viel wird geboten und man bekommt einige Wagnisse präsentiert. Leider strengt die Experimentierfreude der Band nach einiger Zeit aber auch gehörig an. So gerne man unkonventionelle Musik hört: Für das Genre, in dem The Roxx zu Hause sind, schießen sie fast übers Ziel hinaus. Um das Album zu mögen, sind also Offenheit und ein bisschen Toleranz unumgänglich.

Text: Tristan Osterfeld