Als langjährig Aktive im Electro- und Industrial-Bereich fanden sich Marc und Paul im Jahr 2010 als The Saint Paul zusammen und landeten mit Rewind The Time vor etwa anderthalb Jahren einen ersten Achtungserfolg: Acht Wochen lang konnte man sich damit in den DAC Charts halten. Tanzbarer Elektro, Club-tauglich, aber auch mit Ecken, Kanten und Eigenheiten – so das Erfolgsrezept der EP, das auch auf Albumlänge beibehalten wurde. Schlossen wir einst noch mit der Feststellung, dass die EP definitiv neugierig auf das Album machen würde, so zeigen die insgesamt 52 Minuten von Consequence, dass das auch vollends berechtigt war.

Schon Inside Outside eröffnet mit stampfendem Elektro, von Beats dominiert und gleichzeitig mit Melodie. Nach einer Weile mit Intro-Charakter gesellt sich auch wieder die Atmosphäre dazu, die man bereits von Rewind The Time kennt: The Saint Paul schaffen es eben auch, mit Tiefe in ihren Klängen zu punkten. Dann ist da auch das Spiel mit den Dynamiken: Two Faces beispielsweise ist ein treibendes Elektro-Stück, das auch Future-Pop-Freunden gefallen könnte. Das folgende Cowardice hingegen zeigt verschachtelt-experimentelle Beats und im selben Moment sphärische Synthies. Dennoch hat man nie den Eindruck, hier würde ein Ziel aus den Augen verloren.

Dieses Wechselspiel aus krachigen Elementen und Harmonie ist es immer wieder, das The Saint Paul hier gekonnt zur Schau stellen. Rise and Fall beispielsweise ist ein Stampfer, wie er im Buche steht, das dann durch Last Black Rose abgelöst wird, bei dem experimentelle Strukturen auf eine harmonische Violine treffen, sodass man gar an Urgesteine wie Martin Bowes‘ Projekt Attrition denken muss. Es ist immer wieder sehr abwechslungsreich, was Marc und Paul auf Consequence zeigen, aber man erkennt immer eine Handschrift dabei, bis das sphärisch-tanzbare Eternity das Album noch einmal eingängig beendet.

Consequence ist somit am Ende tatsächlich eine Konsequenz geworden, und zwar eine logische. Nach der bereits gelungenen EP Rewind The Time hat das Duo hiermit bewiesen, dass der eingeschlagene Weg auch auf Albumlänge hervorragend funktioniert. Für Freunde der verschiedenen Spielarten des dunklen Elektros definitiv eine Empfehlung!

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Rezension: The Saint Paul – Rewind The Time

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Text: Marius Meyer