Vielleicht sollte man umschulen und auch einfach nur Kunst produzieren. Das Leben müsste danach wirklich toll sein, zumindest versprechen das The toten Crackhuren im Kofferraum. „Geniale Asoziale – so smart und arbeitsscheu“ und natürlich hat man als Kunstschaffender „immer frei“. Bevor man jedoch Geniale Asoziale hört, so versprechen sie, dass die eigenen Maßstäbe erstmal zu vergessen sind. Egal, was man macht oder gemacht hat – „nicht so wie mit diesem“ (Age of Sternburg). Große Worte sind das, man muss nach dem Hören jedoch zugeben, dass die Band nicht den Mund sehr weit aufreißt, sondern auch halten kann, was sie verspricht. Und wenn Bela B. der Band seine Stimme leiht, kann das Ganze auch nicht so falsch sein.

Ob man nun von kaputter Liebe singt, die entweder zu schnell zu schal wird (Klaus), man sie unter einem Berg von Müll verbuddelt hat (Du fehlst mir) oder man einfach bei wem landen will, der einem nützlich wäre, aber einen nicht für standesgemäß hält und diesen dann bestalkt (Heute Nacht). Dreckige Wäsche wird dann auch noch gewaschen, die von vergangenen Untaten nicht sauber gehen will. Richtig crazy wird es dann bei Last Unicorn, Wir werden heute Nacht nicht nüchtern und Verrückt bleiben bitte, mit denen man auch gleichzeitigig den richtigen Kommentar zur heutigen Feierkultur Anfang gerade volljährig gewordener mitliefert. Wie man mit Fremdgehern umgeht, wird dagegen in Kopf Knie erläutert und Ich brauche keine Wohnung erzählt dann auch mal von richtig hässlichen Seiten der Stadt in sehr schönen Worten. Zum Schluss gibt es noch eine hämische Hommage an Schlager-Elektro mit Loveboat Kapitän.

Mit Mama ich blute zeigen The toten Crackhuren im Kofferraum jedenfalls all jenen Mädchen, die sich für ach so frech und schlagfertig halten, jetzt wo sie ihr Abi geschafft haben, wie es richtig geht. Ein wunderbar spaßiges und trashiges Elektropunk-Album, das für viele wahrscheinlich immer haarschaarf am Abgrund des guten Geschmacks entlang schifft, aber gerade deswegen einen so wunderbaren Reiz in sich trägt.

Homepage: www.thetotencrackhurenimkofferraum.de
Facebook: www.facebook.com/thetchik

Text: Tristan Osterfeld