Mike Scott ist eine Legende und seine Band The Waterboys hat einem viele tolle Momente beschert, wie The Whole of the Moon, A girl called Johnny, Fisherman’s Blues, Glastonbury Song oder andere akustischer Großtaten, aber wer die wasweißichwievielte Scheibe mit schottischem und irischem Folk erwartet, der wird überrascht sein, flog Mike Scott doch mit seiner Entourage nach Nashville/Tennessee, um ein Album aufzunehmen, was einen erneuten Stilwechsel mit sich bringt. Im Stile der großen amerikanischen Singer-Songwriter wie Tom Petty, John Cougar-Mellencamp oder Bruce Springsteen kommen die Waterboys hier rüber und klingen dabei so frisch und runderneuert wie seit mehreren Jahren nicht mehr.

Die Frischzellenkur hat angeschlagen und so klingen Songs wie der Opener Destinies Endwood oder November Tale mit seinen Streichern seltsam vertraut, was natürlich auch an der Stimme Mike Scotts liegt, die man überall raushören kann, aber auch frisch und unverbraucht.

I can see Elvis ist ein rotziger Rocksong mit einer furios gespielten Gitarre, wie man sie von den Waterboys so entschlossen lange nicht gehört hat und die Hammond-Orgel liefert ihr einen tollen Background.

Herausragend sind die Tracks auf Modern Blues alle, aber einer ist dann besonders erwähnenswert: das zehnminütige Long Strange Golden Road, wo Mike Scott alle Register zieht und den Hörer auf eine Tour de Force mitnimmt, die gleichzeitig Höhepunkt und Abschluss eines der besten Alben der Waterboys bildet.

Ein besonderes Geschenk für alle, die im Westen beheimatet sind, ist auch das Konzert in der Essigfabrik in Köln am 04.02.2015, wo es neben neuen Songs unter Garantie auch dem einen oder anderen Klassiker geben wird.

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Text: Dennis Kresse