Oh bitte, nicht schon wieder eine Supergroup. Mit dem Begriff wird nun auch sehr inflationär umgegangen, aber im Falle von The Winery Dogs gibt’s wohl keinen passenderen Begriff als diesen. Gitarrist Richie Kotzen, der nicht nur auf seinen Soloalben bewies, wie virtuos sein Gitarrenspiel ist, sondern damit auch bei Mr. Big und Poison für Furore sorgte, dazu ein Mike Portnoy am Schlagzeug, der von Kennern gerne als bester Metal-Schlagzeuger bezeichnet wird und der mit seiner Ex-Band Dream Theater oder mit Adrenaline Mob diese Ehre auch eindrucksvoll unter Beweis stellen kann. Fehlt noch einer in der Band: der Bassist Billy Sheehan, der schon mit Dave Lee Roth oder dem als „G3“ bekannt gewordenen „Dreigestirn“ unter der Leitung von Joe Satriani sein exzellentes Basspiel unter Beweis stellen konnte.

Straighte Rocksongs, die von den überragenden handwerklichen Fähigkeiten der drei Musiker veredelt werden, gibt’s zu hören. Überraschende Gitarrensoli treffen auf harte Drums und einen Bass, der auf dieser Scheibe viel mehr als ein reines Rhythmusgerät ist. Eingängige Refrains, immer Vollgas, bis auf ein zwei Balladen, wie You saved me, verleihen dem Debüt der Winery Dogs ein Gesicht.

In Zeiten, in denen die Halbwertzeit von Supergroups ja eh begrenzt ist, siehe das Ende von Black Country Communion oder dem Ausstieg von Portnoy bei Adrenaline Mob sind die „Hunde des Weinguts“ eine hochinteressante Alternative.

Da man so eine Band auch unbedingt live erleben sollte, ist die bevorstehende Tour ein Fest für Fans von handgemachter Musik:

07.09.2013 Saarbrücken, Garage
09.09.2013 Aschaffenburg, Colos-Saal
10.09.2013 Hamburg, Knust
11.09.2013 Berlin, Lido
13.09.2013 München, Theaterfabrik
14.09.2013 Köln, Gloria
19.09.2013 Karlsruhe, Substage

Homepage: www.thewinerydogs.com
Facebook: www.facebook.com/TheWineryDogs
Twitter: www.twitter.com/thewinerydogs

Text: Dennis Kresse