Da haben wir ja mal mit einer ganz frechen und unkonventionellen Band zu tun. Tiny Boys aus Schweden machen eine ganz eigenwillige Mischung aus Wave/Postpunk mit Indie-Einflüssen, was echt total innovativ ist. Und wer jetzt schon keine Lust mehr hat weiterzulesen, der weiß vielleicht, wie man sich als Rezensent fühlt, wenn man solche Pressetexte lesen und dann noch die Musik hören muss. Aber immerhin bleibt einem eine größere Katastrophe erspart. Stattdessen gibt es wirklich ein hörbares Album, das sich stark am Sound der 80er orientiert und bei dem der weibliche Gesang positiv auffällt. Schaut man noch einmal in den Pressetext, so liest man, dass die Band Musik macht, bei man sich auf der Tanzfläche verlieren und seinen Gefühlen freien Lauf lassen soll.

Tatsächlich ist man auch bereit zu glauben, dass das funktioniert: Tanzbar ist die Musik, sie macht auch Spaß. Allerdings ist sie nicht besonders innovativ und leider ist der Anspruch, Musik für die Tanzfläche zu machen, genau der Schuss ins Bein des Albums. Denn wie lange ist man auf der Tanzfläche und wie viele Lieder hört man, an die man sich wenig später nicht mehr erinnert.

Eingängigkeit ist zwar schön, aber wenn man es zu weit treibt, dann passiert eben sowas. Keine Frage, Tiny Boys sind wirklich hörenswert, aber nichts von ihrer Musik will im Kopf hängen bleiben. Man freut sich, sie zu hören und hat sie leider schnell wieder vergessen.

Homepage: tinyboys.tumblr.com
Facebook: www.facebook.com/pages/Tiny-Boys/100279253377340

Text: Tristan Osterfeld