Ein Jazz-Album des großartigen Crooners Tony Bennett mit nun, Kunstpause, Lady Gaga, der Trendsetterin der letzten Jahre. Aber wer nun fürchtet, man könnte jetzt Poker Face oder Born this way als verjazzte Nummer hören, der wird eines Besseren belehrt. Mit einer Zurückhaltung, die man Lady Gaga nicht mal im Ansatz zugetraut hätte, gibt sie die Duettpartnerin für Tony und unterstützt ihn bei all den Klassikern des Jazz und Swing außerordentlich gut. Hier wird mit großem Besteck gegessen und all die unvergessenen Standards zum Besten gegeben. Einige Highlights des Great American Songbooks haben sich die – nur auf den ersten Blick – ungleichen zwei hier ausgesucht und performen sie doch sehr homogen.

Die Auswahl geht zwar auf Nummer Sicher mit Titeln wie It don’t mean a thing (If it ain’t got that swing) von Duke Ellington, Cheek to Cheek von Irving Berlin oder anderen mehr als bekannten Standards. Aber „It’s the singer, not the song“, und so bleibt einem bei dem Album, das in New York mit Hilfe solcher etablierter Künstler wie Mitgliedern von Bennetts Quartett – Mike Renzi, Gray Sargent, Harold Jones und Marshall Wood – sowie dem Pianisten Tom Lanier eingespielt wurde und auch der Jazz-Trompeter Brian Newman ist mit seinem New Yorker Jazzquintett auf dem Album zu hören. Zu den weiteren auswählten Jazz-Solisten, die bei einzelnen Tracks mitgewirkt haben, zählen der Tenorsaxofonist Joe Lovano sowie der Anfang Juli verstorbene Flöten-Virtuose Paul Horn.

Der 88-jährige Tony Bennett hat sich Lady Gaga zur Brust genommen und macht aus dem Paradiesvogel eine seriöse Sängerin – und das kann man nur als weitere Entwicklungsstufe bezeichnen, denn dass sie die prägende weibliche Sängerin der letzten Jahre ist, das ist klar.

Links

Tony Bennett: Homepage // Facebook // Twitter
Lady Gaga: Homepage // Facebook // Twitter

Text: Dennis Kresse