Hinter Volume X, dem Namen des neuen und passenderweise zehnten Albums des amerikanischen Trios Trans Am, steckt nicht nur ebenso die Anzahl der Titel, sondern auch das Höchstlevel vieler Verstärker, auch wenn die Band versucht, das Album „up to 11“ zu drücken (pardon the pun). Irgendwo zwischen Postrock-/punk und Electronica experimentiert die Band über eine Dauer von etwa 38 Minuten auf eine recht rabiate Weise, die ein wenig an New-Wave-Bands der ersten Generation mit einer gehörigen Extraportion Aggressivität erinnert.

Das ganze Album hat die Atmosphäre eines Hobbykellers, in welchem die Band die Songs mehr oder weniger anreißt und kurze Jams entstehen lässt, die dann entweder in Rock bzw. Punk münden oder wie eine härtere Version von Kraftwerk wirken sollen. Genauso hobbymäßig wirkt die rohe Produktion, bei der alle Instrumente an die Grenze (und auch darüber hinaus) gefahren werden. Diese Rohheit und Aggressivität ist jedoch der größte Vorteil des Albums, da die Band keine Kompromisse macht und die Stücke präsentiert, wie sie gerade ausfallen. Dass dies klappt, zeigt allen anderen Stücken voran der harte Electro-Jam Megastorm. Leider wirkt sich die Kürze des Albums jedoch als Nachteil aus, da viele Ideen mehr oder weniger verpuffen.

Trans Ams Volume X bietet keine Musik zum Tanzen oder Besinnen – hier geht es scheinbar nur um Entladung und Frustabbau wie bei den frühen Alben von Nine Inch Nails, nur viel roher und ungeschliffener. Wäre die Produktion besser ausgefallen, könnte man von einem sehr guten Album sprechen – aber auch so bietet die Band einige nette Songs.

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Text: Wolfgang Merx