Aha, auch ein Musikjournalist entdeckt gelegentlich noch neue Genres. Barock-Pop ist also das, was Conor O’Brien aka Villagers hier musikalisch zu Stande bringt. Aber egal, wie das Kind nun heißt, es ist in erster Linie verdammt schöner Indie-Folk, der mit den Emotionen nur so spielt. Mit einer entsprechend spärlichen Instrumentierung, die auf die gebrechliche Stimme von O’Brien trifft, versorgen einen die Villagers auf ihrem dritten Album mit einer Menge intimer Momente. Stimmlich erinnert Conor sehr an Coner Oberst und seine Bright Eyes oder Paul Simon und auch seine Licks erinnern frappierend an die beiden Amerikaner. Aber was Darling Arithmetic so grandios macht, sind die Texte des Iren, die lyrisch sind und ein Füllhorn an Poesie in sich tragen.

Es ist nahezu unmöglich, bei den vorliegenden nur neun Songs von Singles zu reden, dieses Album entfaltet seinen wahren Zauber komplett. Nummern wie der Opener Courage oder Little Bigott erzählen vom Menschsein und natürlich vom alles beherrschenden Thema, der Liebe, und all den daraus resultierenden Schwierigkeiten.

Ein Album für alle, die nicht nur auf die Musik achten, sondern denen auch emotionale Texte wichtig sind und die einen Pol zwischen Beck und den Bright Eyes suchen – Villagers hat ihn gesetzt.

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Text: Dennis Kresse