Das norwegische Quartett Vreid bezeichnet sich selbst als eine Black’n’Roll-Band, dabei steckt viel mehr hinter ihrer Musik, als dieser Begriff andeutet. Auf ihrem neuen, sechsten Album Welcome Farewell präsentieren sie nämlich eine Mischung aus Death Metal, Black Metal und dem Hard Rock der 70er-Jahre, mitunter auch mit einer progressiven Note. Wer dabei an Opeth denkt, liegt gar nicht so falsch, denn viele Stellen des neuen Albums erinnern tatsächlich an die Musik der schwedischen Death-Prog-Großmeister, ohne sie zu kopieren. Vreids Sound ist jedoch nicht so symphonisch, sondern erdiger, und basiert fast ausschließlich auf reinen Gitarren- und Schlagzeugklängen. Nur gelegentlich hört man die für das Genre fast obligatorische, aber nie unpassende Mellotron-Unterstützung.

Sehr schön ist die Kompaktheit der acht Lieder des neuen Albums. Die Melodien werden sehr gut ausgearbeitet, ohne sich groß zu wiederholen bzw. abzunutzen, und sind instrumental wirklich auf den Punkt gebracht. Ebenso wird die Dynamik gut ausgenutzt und nicht bloß drauflos geballert. So zeigt sich, dass das Songwriting der Band von sehr hoher Qualität ist, genau wie sie selbst absolut aufeinander eingespielt ist.

Die klinische Sauberkeit manch anderer Metalalben ist hier glücklicherweise keineswegs vorhanden; stattdessen behält die gute Produktion eine gewisse Rohheit, die einen von zwei entscheidenden Unterschied zu anderen Alben des Genres ausmacht. Es ist nämlich zudem fantastisch zu hören, wie leicht und unverkrampft die Band durch die oben genannten Genres wandert, ohne dabei Brüche in den Songs zu erzeugen. Hier zeigt die Band ihre große Stärke.

So bleibt eigentlich nur zu sagen, dass Vreid mit Welcome Farewell alles richtig gemacht haben. Wer glaubt, im Bereich des – um die Musik auf einen Begriff zu bringen – Extreme Metal gäbe es nichts mehr zu sagen, wird von den Norwegern eines besseren belehrt.

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Text: Wolfgang Merx