Alles zerfließt, alles löst sich auf, alles wird neu zusammengesetzt. So in etwa wirkt das Album der aus Wien und Berlin stammenden Musiker. Musikalisch scheint man sich hierbei an William Burroughs Cut-up-Technik zu orientieren und diverse Elemente aus Pop, Folk und Dubstep auseinander zu nehmen und so neu zusammen zu setzen, dass alles nur noch wie ein Flickenteppich wirkt, bei dem die Muster seiner Originale zwar noch erkennbar sind, in sich aber alle Strukturen aufhebt. Teilweise tanzbar, zum Teil aber auch einfach nur zum zurücklehnen, so meint man, denn sobald dies tut fallen einem die Disharmonien auf, die die beiden Musiker bewusst eingebaut zu haben scheinen.

Es ist schwer zu beschrieben, was auf Anachronie vor sich geht. Die einzelnen Stücke haben Titel, die nur aus einem Wort bestehen, genau wie der Titel des ganzen Albums. Und dieser sagt eigentlich mehr, als man in einer Kritik sagen kann: Alles wirkt verschoben, ungeordnet – und der Hörer muss letztendlich selbst im Kopf das Bild erzeugen, das er nun von der Musik hat.

Und dieses Bild kann von Hörer zu Hörer unterschiedlich sein. „Die Interpretation soll beim Hörer entstehen“, sagen die Künstler selber über ihr Album. Und das zumindest funktioniert, auch wenn das Album dadurch zu einer anstrengenden, aber nicht weniger interessanten Angelegenheit wird.

Homepage: www.waeldermusic.com
Facebook: www.facebook.com/waeldersound

Text: Tristan Osterfeld