Vielleicht ist an der alten Mär, dass nur diejenigen, die in ihrem Leben richtig gelitten haben und eine gepeinigte Seele in sich tragen, den Blues singen können, was Wahres dran. Lässt sich nicht beweisen, aber im Falle des Ausnahmegitarristen Walter Trout stimmt diese These hundertprozentig. Auf seinem neuen, dem insgesamt 18. Album, spürt man die Dankbarkeit, die Trout in sich trägt in jeder einzelnen Minute dieses Werks. Wegen eines schweren Leberleidens, das sich medikamentös nicht behandeln ließ, war der ehemalige Gitarrist solcher bekannter Bands wie Canned Heat oder den Bluesbreakers, der Begleitband von John Mayall auf ein Spenderorgan angewiesen, was glücklicherweise in einer Spezialklinik in Nevada verpflanzt wurde und so ist Battle Scars wohl sein persönlichstes Album geworden.

Man spürt Hoffnung und Willenskraft in jedem Song, sei es dem Opener Almost gone oder Omaha, etwa ist nach der Stadt benannt, in der die Lebertransplantation stattfand und er berichtet, dass ihm das Glück hold war und es andere schlimmer erwischt hat und die einen nahestehenden Verwandten verloren haben und zwar nur wenige Türen weiter.

Ein beklemmendes Gefühl stellt sich beim Hören ein und die Gitarre weint mit, denn man spürt die Dankbarkeit, dass Walter Trout mit dem Leben davongekommen ist. Was wäre das für ein Verlust gewesen, wenn einer der besten Bluesrock-Gitarristen nicht mehr da gewesen wäre

Aber er ist noch da und das beweist er mit Battle Scars und auch auf Tour:

01.12.2015 Hamburg, Fabrik
02.12.2015 Berlin, Kesselhaus
03.12.2015 Bochum, RuhrCongress

Homepage: www.waltertrout.com
Facebook: www.facebook.com/waltertroutband
Twitter: www.twitter.com/waltertrout

Text: Dennis Kresse