In Deutschland kennt man Wet Wet Wet vor allem von einer Nummer: Love Is All Around. Das ist inzwischen 19 Jahre her, dass man hiermit den zweiten Platz der Single-Charts erobern konnte, aus hiesiger Perspektive könnte man die Band glatt als One-Hit-Wonder abstempeln. Schaut man sich dann aber mal die Erfolge an, die beispielsweise auf der Insel gefeiert werden konnten, so sieht man einen ganzen Schwung von Top-Ten-Hits und durch und durch respektable Album-Platzierungen. Warum das so ist, kann man nun noch einmal in gebündelter Form hören, denn mit Step By Step: The Greatest Hits reihen sich Wet Wet Wet in die alljährliche Best Of-Parade zur Weihnachtszeit ein.

Sweet Surrender aus dem Jahr 1989 beispielsweise war so ein Erfolg, der das Können der Band auch gut unter Beweis stellte. Pop-Klänge, die zwar einen nicht zu verachtenden Massen-Appeal haben, dennoch aber nicht unbedingt so klingen, als sei es von vornherein darauf ausgelegt worden. Schwungvoll und eingängig, versehen mit Gefühl. Das ganze Potenzial der Band kam aber im Grunde auch schon 1987 mit der Debüt-Single Wishing I Was Lucky zur Geltung, das ebenfalls einen mitreißenden Charakter hat und dem man seine inzwischen 26 Jahre nicht so wirklich anhört. Genauso ist es auch, wenn man das bereits eröffnend angesprochene Love Is All Around betrachtet. Auch wenn man es heute veröffentlichen würde: Es klänge immer noch zeitgemäß.

Dabei ist es eigentlich nicht die ganze Wahrheit, hier von einer Best Of zu sprechen, denn mit Step By Step, Sad Kinda Love und Playin‘ Like A Kid sind als Eröffnung der Compilation zunächst einmal drei neue Stücke zu finden. Und diese zeigen: Die Band hat es nicht verlernt. Immer noch sind sie dazu in der Lage, gute Pop-Nummern zu schreiben, denen man anmerkt, dass die Band nach wie vor Spaß an ihrer Arbeit hat.

So kann man insgesamt resümieren, dass die Veröffentlichung zur Weihnachtszeit zwar strategisch gut gewählt sein mag, die Qualität der Musik aber hoch genug ist, dass man auch bei einer Veröffentlichung zu einer anderen Zeit erkannt hätte, dass hier gute Arbeit vorgelegt wird. Eine schöne CD und weit mehr als eine schnöde Best Of!

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Text: Marius Meyer