So Ankündigungen klingen ja irgendwie immer recht vollmundig. Zum Beispiel wenn es heißt, „Whores & Thieves erklären den Mainstream des hochgezüchteten TV-Pop-Rock für tot und beweisen mit einem typisch skandinavischen Konzept ein handfestes Gegenteil.“ Ob man etwas einfach so für tot erklären kann, ist so eine Sache. Die Fakten aber legen schon einmal einige Vorschusslorbeeren nahe: Direkt mit dem ersten Auftritt im Februar 2012 wurden die dänischen Medien auf die Band aufmerksam und die Band wurde von der Musikzeitschrift GAFFA, in Dänemark eine sehr bedeutende Zeitschrift, als beste Newcomer und beste dänische Rockband nominiert.

Das, was Whores & Thieves auf ihrem Debüt bieten, hat mit dem TV-Pop-Rock-Mainstream tatsächlich wenig zu tun, sondern ist 60s-inspirierter Indie-Rock, schon von den ersten Tönen an. Hollow Drive beispielsweise zeigt das auf ansprechende Art und Weise mit einem leicht hallenden Sound, der immer straight nach vorne geht und auf raue Art berührt. Trocken und zur gleichen Zeit mit einer gewissen „Rotzigkeit“ gesegnet, machen Titel wie It’s Getting Ugly eine gute Portion Druck und gleichzeitig auch Spaß. Dabei schimmert auch schon mal ein bisschen Punk mit durch, der hier und da an Iggy und seine Stooges denken lässt.

Die Frage am Ende ist dann: Kann man sich mit dieser Musik wirklich gegen den Mainstream stemmen? Die Antwort ist ein entschiedenes Jein. Denn klar, mit dem, was man gemeinhin mit „Mainstream“ abtut, hat das hier wenig zu tun. Schaut man sich allerdings im Großbereich „Indie“ um, so wird man merken, dass ähnlich gearteter Sound alles andere als ein Einzelfall ist. Im Endeffekt ist das aber egal, denn das, was Whores & Thieves hier abliefern, ist gute und gelungene Arbeit. Und das ist es ja, worauf es ankommt!

Homepage: www.whoresandthieves.dk
Facebook: www.facebook.com/wtband
Twitter: www.twitter.com/WhoresandThieve

Text: Marius Meyer