Die sechsköpfige Folkband Wild Child meldet sich mit ihrem zweiten Album The Runaround zurück. Was hier unter der Bezeichnung Indiefolk firmiert, ist eine bunte Mischung aus Folk und Pop mit allerlei akustischer Untermalung, Bläsersätzen und unheimlich viel Singsang. Wenn die Band auf diesem Album nicht gerade ihre Stärken – die ruhigen Töne – ausspielt, verliert sie sich in zuckersüßen, fast schon kindisch-kitschigen Pop-Melodien, die die eher belanglose Seite der modernen Folkmusik zeigen. Dieses Wechselspiel zieht sich hier über fast 43 Minuten hin. Die elf kurz gehaltenen Stücke, die von sehr unterschiedlicher Qualität sind, zeigen auch genau dabei die Schwierigkeit des Albums: es dreht sich vieles im Kreis, auch wenn manche Stücke sehr gut gelungen sind, dann jedoch andere an die Klimpermelodie eines Springteufels erinnern.

Der Gesang ist dabei sowohl oft stark, seltener wiederum überkandidelt. Somit handelt es sich bei diesem Album um eine zweischneidige Sache. Wenn sich die Band doch bloß entscheiden könnte, ob sie große Musik schaffen oder die Werbespots von Telekommunikationsanbietern beschallen möchte! So jedoch ist Wild Child mit The Runaround ’nur‘ ein annehmbares Album gelungen, obwohl es so viel mehr hätte bieten können.

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Text: Wolfgang Merx