Der Mann hat den Blues, aber sowas von. Will Wilde, ein erst 24-jähriger Brite, bearbeitet die Mundharmonika derartig virtuos, dass man sich als Blues-Fan fragt, wer in Robert Johnsons Namen ihm diese Licks beigebracht hat und dann noch diese Röhre, die so charismatisch ist, dass man eigentlich nicht einen langhaarigen bleichen Schlacks erwartet. Aber egal, dieses Album gehört zu den besten seit vielen Jahren in diesem Genre und Will Wilde erinnert von der Spielkunst auf der Harp gar an den großen Charlie Musselwhite, jenem Harpplayer, der mit den Großen des Blues wie allen voran John Lee Hooker, Muddy Waters und Howlin Wolf spielte und als Vertreter des „elektrischen“ Blues und als einer der besten Mundharmonikaspieler der Welt gilt.

Da möchte Will Wilde erst noch hin, aber mit Nummern wie dem sechseinhalb-minütigen Opener Paranoia oder Midnight Girl sind einfach herausragende Nummern in bestem Buddy Guy-Stil. Ein Album, das dem längst angestaubtem Genre dann doch einige neue Facetten entlockt.

Ein ganz tolles zweites Album, dass uns Will „Harmonica“ Wilde hier vorstellt. Wenn es einen Bluesgott gibt, dann wird man von dem Mann noch viel hören. Natürlich nie im Formatradio, aber die Bluesfans werden wissen, wo sie nach Wilde suchen müssen.

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Text: Dennis Kresse