Mit den Teenager-Bands ist das ja immer so eine Sache. Da gibt es dann Acts, die gerade wegen ihres jungen Alters gehyped werden. Oder eben solche, die vor allem auf eine Zielgruppe abzielen, die maximal das eigene Alter erreicht hat. Oder halt auch solche, bei denen das Alter im Endeffekt als Entschuldigung für die unausgereifte Musik herhalten muss. Da ist es dann erfreulich, wenn es auch noch Bands wie Without Wax gibt, die sich schon im jugendlichen Alter gründen und einfach nur gemeinsam Rockmusik machen, ohne dass dafür ein Hitproduzent engagiert wird, ohne dass man sich durch herabwürdigende Castingshows schlagen müsste und ohne gleich am Anfang nur auf das große Geld zu schielen.

Without Wax scheinen so ein Fall zu sein. Hier wird sich nicht mit Jugendlichkeit profiliert, sondern mit gelungener, handgemachter Rockmusik. Und das ist eigentlich auch der beste Weg, denn die Jugendlichkeit hört man durch die unverbrauchten Songs und die Art und Weise, wie sie gespielt werden, heraus. No School Today zum Beispiel – als erste Single, die auch bei einigen großen Radio-Stationen Anklang fand – ist ein gelungenes Stück Rockmusik, das mit klassischer Rockband-Besetzung (Gitarre, Bass, Schlagzeug, Gesang – Keyboards sind da nicht nötig) nach vorne stampft und durch Eingängigkeit besticht. Ein bisschen amerikanisch klingt es, aber auch sehr eigen, was die Weseler hier spielen.

No School Today zeigt dabei auch einen guten Einstieg in die Thematiken, die Without Wax bewegen. Besagter Titel handelt vom Selbstmordversuch einer Freundin. Wenn dann in Leaving Home nervige Eltern besungen werden, schimmert natürlich doch einmal wieder die Jugendlichkeit hindurch. Kevin’s got a gun hingegen besingt einen Schulkameraden, dessen geplanter Amoklauf im letzten Moment gerade noch vereitelt werden konnte. All das verpacken sie in ansprechende Rockmusik im – ohne dass das negativ klingen soll – seichteren Bereich, der aber genug Tempo und Wucht besitzt, um nicht langweilig zu wirken.

Im Endeffekt kann dem Hörer egal sein, ob er es hier mit einer jugendlichen Band zu tun hat oder mit alten Hasen. Und genau das ist auch die Stärke dessen, was der Vierer produziert: Hier stehen Musik und Inhalte im Vordergrund – eben kein aufgebauschtes Produkt, das sich vor allem über Nebenschauplätze der Musik vermarkten lässt. Wer was kann, braucht sich halt nicht zu verstecken. Und dass Without Wax was können, beweisen sie hier eindeutig!

Homepage: www.withoutwax.de
MySpace: www.myspace.com/withoutwax

Text: Marius Meyer