Der aktuelle Hype an Stoner/Psychedelic/Progressive/70s-Rockbands scheint nicht abzuflauen und immer wieder tauchen neue Projekte auf, die sich dieser Richtung verschrieben haben. Klar: Man bewegt sich in einer Musikrichtung, in der man eigentlich keine schlechten Alben produzieren kann, was jedoch auch dazu führt, dass man es häufig mit durchaus gut gemachten Alben zu tun hat, die jedoch häufig sehr ähnlich klingen, auch wenn die Kombinationsmöglichkeiten der einzelnen Stile durchaus mehr zulassen würden. Auch WolveSpirit haben sich in jener musikalischen Richtung verschrieben, schaffen es jedoch sehr gut, eigene Akzente zu setzen und Elemente so zu kombinieren, dass dann doch was Neues dabei rauskommt.

Zunächst mal bemerkt man einen weit gefächerten Horizont, aus dem sich die Band bedient. Das ist nicht so schwer, alles zu einem großen Ganzen zusammenzufügen – es gelingt der Band spielerisch. Der Fokus liegt dabei stets auf Bands wie Iron Butterfly, Deep Purple oder Black Sabbath, bei denen sich schon erahnen ließ, dass irgendwann mal härtere Genres wie Metal daraus hervorgehen würden. Kein Lied zeigt dies eindrucksvoller als Gipsy Queen, das auch aus der NWOBHM-Ära hätte stammen können.

Die anderen Lieder sind zwar noch mehr den 60ern/70ern verschrieben, weisen aber auch immer schwere Riffs, vertrackte Melodien und schwingende Orgeln auf sowie eine weibliche Stimme, die zwischen Janis Joplin und Doro Pesch schwankt, sich ins Gesamtbild aber super einfügt, egal ob sie verführerisch säuselt oder laut grölt.

WolveSpirit haben ein gelungenes Retro-Album vorgelegt, auf das gerne mehr folgen darf. Bleibt nur zu hoffen, dass das Album in der Flut ähnlicher Alben nicht untergeht.

Homepage: www.wolvespirit.de
Facebook: www.facebook.com/WolveSpiritBand
Twitter: www.twitter.com/WolveSpiritBand

Text: Tristan Osterfeld