Vor einigen Monaten berichteten wir an dieser Stelle vom Album Vagrant einer jungen Prog-Rock-Band aus Münster namens Ysma. Und jetzt das! Was eigentlich? Eine neue EP mit alten Songs. Sieben an der Zahl sind es, die auf der EP Carrots and Candles vom Album Vagrant stammen und live dargeboten wurden. Aber eben nicht einfach so, wie sie auf dem Debüt-Album dargeboten wurden, sondern mit Gästen an Klavier und Cello in akustischer Form. Dabei ist es beachtlich, wie die instrumentalen Prog-Klänge in ihrer Akustik-Form wirken. Erfreulich nebenher auch: Mit über 40 Minuten Spielzeit nennen Ysma das eine EP, was andere bereits mit weniger Spielzeit bereits unter der Kategorie „Album“ laufen lassen würden.

Hört man sich die EP so an, denkt man zunächst einmal gar nicht an Prog-Rock. Mit dem eröffnenden Alan Smithee’s Suicide Note hat man vor allem ein schönes Akustik-Stück in den Ohren, das mit einem spannenden Aufbau und harmonischen Streicherklängen bedacht ist, dem man gerne zuhört. Und das bei einer Länge von beinah zehn Minuten. Beim folgenden Kindermensch wirken die Sounds gelegentlich sogar klassisch und definitiv auch sehr folkig. Verschachtelter wirken die Arrangements dann in Stücken wie Auditory Cheesecake, das seine Spannung auch in der akustischen Darbietung gut aufrechterhalten kann. Hier wirkt es beeindruckend, wie man mit akustischen Mitteln dennoch Härte in einem Stück erreichen kann.

Mit den sieben Stücken und über 40 Minuten Spielzeit hat man am Ende eine wirklich gelungene EP vorliegen, die akustischen Prog-Rock mit Schönheit, Schwung und einer Prise Härte zur richtigen Zeit enthält.

Weitere Artikel
Rezension: Ysma – Vagrant

Homepage: ysma.bandcamp.com
Facebook: www.facebook.com/YsmaBand

Text: Marius Meyer