Da muss man als Rezensent auf einmal gnädiger sein als der Pressetext. Denn dieser hat eine einfache Erklärung, warum es elf Jahre gedauert hat, bis Zone Six ein neues Album veröffentlicht haben: Demnach war die Band einfach nur „faul wie Sau“. Bedenkt man aber, dass die Mitglieder auch noch bei diversen anderen Bands (Sula Bassana, The Pancakes, Electric Moon, Krautzone etc.) aktiv sind, die in der Zwischenzeit eine nicht geringe Anzahl an Veröffentlichungen rausgehauen haben, dann muss man doch sagen, dass die „faulen Säcke “ (wiederum O-Ton der Albumbeschreibung) so faul gar nicht waren.

In jedem Fall scheint die Tätigkeit bei anderen Bands nur positiv auf die einzelnen Musiker gewirkt zu haben, denn Love Monster fällt über den Hörer her, sodass jeder Widerstand zwecklos ist. Beginnt das Album noch mit mehreren Basslinien, kommen direkt Gitarren dazu und letztendlich Synthies – das Ergebnis ist hervorragender Acid Rock, dem sich der Hörer nur hingeben will. Bei The Insight kommen zudem noch Klänge vor, die orientalisch wirken, bei Acidic hebt man dann komplett ab. Das längste Stück Cosmogyral bewegt sich dann in Tangerine Dream-Gefilden: Man beginnt mit hypnotischen Gitarren, die immer wieder durch Geräusche gestört werden und man sich letztendlich in verträumt-flirrenden Synthie-Klängen verliert.

Wenn sich ein Album nicht nur im Titel als „Monster“ herausstellt, das einen komplett in seinen Fängen zu halten scheint, dann ist auch eine so lange Wartezeit mehr als legitim. Bleibt nur zu hoffen, dass es bis zum nächsten doch ein wenig schneller geht.

Text: Tristan Osterfeld