Wenn Jessie Ware im Februar für drei Konzerte nach Deutschland kommt, wird sie gerne für all die Menschen singen, die vor den Bühnen in München, Hamburg und Berlin auf sie warten. Das war allerdings nicht immer so. Denn der Wunsch, gehört zu werden, war bei der 30-jährigin Britin zunächst weniger stark ausgeprägt wie derzeit. Zu Beginn ihrer musikalischen Karriere, als sie auf einigen Songs von SBTRKT zu hören war, wollte sie vor allem eines: Nicht ins Rampenlicht treten. Das merkte man ihr auch bei den ersten Live-Auftritten noch an.

Ihr Debütalbum Devotion, das 2012 veröffentlicht wurde, schob sie jedoch ein gutes Stück in selbiges Rampenlicht. Von allen Seiten wurde es gelobt, Jessie Wares Fanbase wurde stetig größer – sogar Katy Perry und Taylor Swift gehörten ihr an. Spätestens mit den beiden Nominierungen bei den 2013er Brit Awards in den Kategorien „Breakthrough“ und „British Female“ konnte sich die Engländerin sicher sein, dass die Musikwelt sie unbedingt hören möchte.

Dass Jessie Ware inzwischen auch selbst das Verlangen hat, gehört zu werden, versicherte sie vor der Veröffentlichung ihres zweiten Albums, Tough Love, Ende 2014: „Ich wollte mit der Platte fertig werden und sie endlich mit der Welt teilen. Ich habe eigentlich die ganze Zeit nur darauf hingearbeitet, dass die Leute die Songs hören können. Ich kann es nicht erwarten.“ Dazu passt es natürlich, dass Wares Stimme auf dem Zweitwerk noch mehr ins Zentrum der nun wuchtigeren Arrangements rückt. Auch deshalb ist der soulige Elektro-Pop auf Tough Love eine Steigerung zum Vorgänger.

„Ich bin jetzt selbstbewusster und ich glaube, das hört man auch auf dem Album. Ich singe auch auf eine direktere Art. Eine Sängerin zu sein ist ein krasser Job, aber jetzt ist es auf jeden Fall meiner.“ Und so ist Jessie Ware auf einem guten Weg, noch weiter zu wachsen. Das große Rampenlicht macht ihr schließlich nichts mehr aus. Womöglich sind die Auftritte der aktuellen Tour einige der letzten Möglichkeiten, sie in intimerer Clubatmosphäre zu erleben.

2. Februar – Ampere, München
3. Februar – Mojo Club, Hamburg
6. Februar – Astra Kulturhaus, Berlin

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Rezension: Jessie Ware – Devotion

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Text: Martin Zenge
Bilder: Universal Music