Sie gelten als eine der kreativsten Bands des Königreichs. Die Manic Street Preachers aus Wales gehören seit Mitte der 90er zur Speerspitze der britischen Rockmusik. Neun ihrer elf Studioalben erreichten die britische Top 10, sechs davon sogar die ersten drei Plätze. Im September letzten Jahres erschien ihr elfter Langspieler „Rewind The Film“. Im Zuge dessen kommt die Band zwischen dem 15. und 21. Mai für vier Konzerte in Berlin, München, Frankfurt und Köln nach Deutschland. Nur wenige Acts in der Geschichte der Rockmusik wurden derart stark durch ihre Herkunft geprägt wie die vier Schulfreunde, die Mitte der 80er die Manic Street Preachers gründeten.

Das walisische Arbeiterstädtchen Blackwood ist eine Hochburg des britischen Bergbaus und galt als eine Keimzelle des Widerstands gegen die restriktiven Pläne der Thatcher-Regierung. In dieser aufgeheizten Atmosphäre wuchsen die vier Söhne aus Arbeiterfamilien auf und wurden früh für ein gesellschaftliches Bewusstsein sensibilisiert. So sind die Manic Street Preachers bis heute eine der politischsten Bands Englands.

Dabei bedienten sich Sänger und Gitarrist James Dean Bradfield, Bassist Nicky Wire, Gitarrist Richey Edwards und Schlagzeuger Sean Moore schon immer eines klugen Tricks, um ihre Botschaften zu vermitteln: Mit hinreißenden, häufig geradezu verzaubernden Melodien erschmeicheln sie sich zunächst die Aufmerksamkeit des Hörers, um ihm dann ihre deutlichen Meinungen und unverblümten Texte ins Gesicht zu schleudern. Seit elf Alben folgen sie dieser Maxime, die beweist, dass sich intellektuelle Botschaften und Hit-Charakter keineswegs ausschließen.

Großer Erfolg war den Manic Street Preachers von Anfang an beschieden. Gleich ihr Debütalbum „Generation Terrorists“ stieg 1992 auf Platz 13 der britischen Charts. Als das englische Q Magazine zum Jahrtausendwechsel eine repräsentative Leserumfrage nach der ‚besten Band des Jahrtausends’ initiierte, wurden die Manic Street Preachers mit beachtlichem Abstand auf den ersten Platz gewählt.

Der Grund für diesen anhaltenden Erfolg findet sich in ihrer qualitativen Konstanz. Obwohl sich die Manic Street Preachers immer wieder neu erfinden, bleiben sie ihrem Sound treu. Unbeeindruckt von Trends oder Innovationen folgen sie ihren eigenen Idealen und Visionen. Dass sie damit selbst zu Trendsettern einer walisischen Rockszene avancierten, aus der Bands wie Catatonia, Stereophonics oder Feeder hervorgingen, belegt ihre Einzigartigkeit.

Nicht minder außergewöhnlich ist ihr Umgang mit Krisen. Als sie vor einigen Jahren kreativ stagnierten, experimentierten sie zunächst auf überraschend klingenden Soloalben mit neuen Ansätzen, um anschließend umso besser zu harmonieren. Selbst die große Tragik ihrer Band-Historie, das spurlose Verschwinden des Gitarristen Richey Edwards im Jahr 1995, konnten sie in etwas Positives verwandeln: Mit gleich zwei Alben verarbeiteten sie den Verlust des Freundes – der laut Bradfield „noch immer bei uns ist, wenn wir musizieren“.

Nach „Postcards From A Young Man“ (2010) dauerte es drei Jahre, bis sie mit „Rewind The Film“ ihr elftes Werk nachlegten. Auf dem Album präsentieren sie einen deutlich reflektierenden und reduzierteren Sound als gewohnt, der aber nach wie vor von den besonderen Melodien und einzigartigen Texten der Manic Street Preachers geprägt ist.

Hier zusammengefasst die Daten:

Location: Live Music Hall (Lichtstr. 30, 50825 Köln)
Homepage: www.manics.co.uk
Termin: 21.05.14
Einlass: 19:00
Beginn: 20:00
Preis: 25,00 EUR zzgl. VVK-Gebühr
Tickets unter: www.prime-entertainment.de/index.php?id=44&eventid=2781

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Text: Pressefreigabe