Tradition hat was für sich, wenn sie Status Quo heißt! Moden, auch musikalische, kommen und gehen. Aber auf Rossi, Parfitt & Co. ist Verlass. Drei Akkorde, four to the floor und das Publikum geht ab wie die sprichwörtliche Katze. Status Quo sind im sich beständig ändernden Rock-Kosmos, wo jede Saison ein anderer Komet für helle Aufregung und kurzfristige Verzückung sorgt, oder prosaischer: jedes Jahr eine andere Sau durchs Dorf getrieben wird, eine Konstante.

Nach ihrer erfolgreichen Tournee im Herbst 2014 kommen Status Quo wieder in aktueller Besetzung auf Deutschlandtournee. Die Bandköpfe Francis Rossi (Gitarre, Gesang) und Rick Parfitt (Rhythmusgitarre, Gesang) plus Bassist John ‚Rhino’ Edwards, Keyboarder Andrew Bown sowie der jüngste Neuzugang, Schlagzeuger Leon Cave (36) werden dann ihr erfolgsbewährtes Boogierock-Feuerwerk abbrennen. Songmaterial für eine Party der Extraklasse ist mehr als ausreichend vorhanden, und ein Ende ist – zum Glück – nicht in Sicht. Ein weiterer Beweis, welche Live-Qualitäten jenes legendäre Quintett, das bislang mehr als 5.500 Konzerte vor insgesamt rund 25 Millionen Zuschauern gegeben hat, besitzt: Die ausverkaufte „Bula Quo“-Gastspielreise (2013) wurde von der Jury des Live-Entertainment-Awards (LEA) als Hallen-Tournee des Jahres nominiert!

Spulen wir einen Moment zurück: 1962 wurden The Spectres (damals schon mit Gitarrist/Sänger Francis Rossi) gegründet, aus denen 1967 mit Neuzugang Rick Parfitt an der Gitarre und hinterm Mikrofon und nach mehreren Namenswechseln Status Quo hervorgegangen ist. Hunderte von Singles – darunter der All-Time-Smashhit »Pictures Of Matchstick Men« aus dem Jahr 1968, Chart- und Liveklassiker wie »Rockin’ All Over The
World« oder »In The Army Now«, Repertoire-Highlights wie »What You’reProposing«, »Whatever You Want«, »Caroline« und »Again And Again« – gehen auf das Kreativkonto des Tandems Rossi/Parfitt oder wurden derart eingängig gecovert, dass die Originale dagegen verblassen. 28 Studio- und mehrere Live-Alben werden in der umfangreichen Discografie der Band gelistet. Übellaunige Kritiker haben zwar immer wieder gerne naserümpfend darauf verwiesen, dass Quo mit nur drei Akkorden Rockgeschichte geschrieben hat, aber … so what! Denn allem Anschein nach braucht es nicht mehr, um gute Laune zu verbreiten und seit über 50 Jahren eine nicht enden wollende Party zu feiern. Und die englischen Gentlemen haben in typisch britischer Manier auf solcherlei Anwürfe reagiert und ihr Album aus dem Jahr 2007 humorvoll »In Search Of The Fourth Chord« betitelt. Es würde hier den Rahmen sprengen, wollte man die ganze Geschichte von Status Quo nach erzählen.

Nur so viel: Wer einmal um die Welt und zurück rocken will und für anderthalb Stunden den Alltag hinter sich lassen möchte, sollte sich unbedingt die Daten der drei Sommershows vormerken. Jede Menge Rock’n’Roll, Party und Live-Spektakel! Tradition hat eben was für sich, vor allem wenn sie Status Quo heißt.

Co-Headliner: Alice Cooper

Die Nennung seines Namens genügt und schon läuft vor unserem inneren Auge der Film ab: XXL-Bühnenshow mit viel Kunstblut, ein genüsslich guillotinierter oder spektakulär erhängter ALICE COOPER. Der ewige Kampf ›Gut gegen Böse‹. Rocktheater mit Las-Vegas-Gestus, ein tönendes Splatter Movie, in dem am Ende immer das Gute obsiegt. Und den Soundtrack dazu hat der heute 65-jährige Vincent Damon Furnier aka ALICE COOPER gleich mitgeliefert: »School’s Out«, »No More Mr Nice Guy«, »Welcome To My Nightmare«, »Only Women Bleed«, »Poison« … Die Geschichte begann 1948 in Detroit, Michigan. Eigentlich die Hochburg für Soul und Rhythm’n’Blues.

Vincent aber wollte mehr – mehr Rock, mehr Show, mehr Grusel. Es fing prosaisch an. Mit Coverbands. Irgendwann nannte sich die Truppe The Nazz und schließlich Alice Cooper. Das war 1968 und der geniale Frank Zappa wurde erster Fan und Geburtshelfer. Nach zwei wenig erfolgreichen Alben wurde der Produzent Bob Ezrin auf die Schockrocker aufmerksam – und mit ihm kam der Durchbruch. Alice Cooper trat in Bondage-Klamotten auf, eine Boa um den Hals, wurde in Zwangsjacken gesteckt, gefoltert und – angetrieben von volltönendem Hard-Rock – schließlich dahingemeuchelt. Das Publikum war begeistert, die prüden Moralhüter Amerikas entsetzt. Dennoch: Mit Alben wie »Killer«, »School’s Out« und »Billion Dollar Babies« war Alice Cooper ein Garant für ausverkaufte Tourneen und Darling der Rockpresse – schrill, bizarr und höchst unterhaltsam. 1974 löste sich die Band auf, Furnier nahm den Namen Alice Cooper an und machte als Solokünstler weiter. Erst ein ernstes Alkohol-Problem bremste den Karriereschub. Aber der gläubige Familienmensch, seit über 30 Jahren verheiratet und Vater von drei Kindern, bekam auch das in den Griff. Der backstage eher zurückhaltende Schockrocker – im Nebenberuf: Restaurantbesitzer, Radiomoderator, Hobbyschauspieler und ein begeisterter Golfer mit Handikap 3 – ist inzwischen längst ein ›household name‹ geworden. Ohne ihn würde es Acts wie KISS oder Marilyn Manson nicht geben.

Am 25.06.2015 spielen Status Quo und Alice Cooper auf dem Bonner Kunst!Rasen.

Text: Pressefreigabe
Bilder: David Tickle (Status Quo), Ross Halfin (Alice Cooper)